Mit Bergzeit und Die Bergführer ging es im März auf Skitour auf die Lampsenspitze im Sellrain. Für die Teilnehmer gab es nicht nur kompetentes Lawinenwissen, sondern auch Gipfelerlebnis, Waschbärengesichter und Riesendurst.

Der Schneematsch auf der Zufahrtsstraße nach Praxmar im Sellrain und die winterlich verschneiten Bäume am Straßenrand lassen mitten im April einen kleinen aber feinen Rückfall in den Winter erahnen. Wie schön, dass es noch einmal auf Skitour geht!

Tourenplanung: Der Weg zur Lampsenspitze mit Franz von "Die Bergführer". | Foto: Kathrin Schmohl
Tourenplanung: Der Weg zur Lampsenspitze mit Franz von „Die Bergführer“. | Foto: Kathrin Schmohl

Nach und nach trudelt unser Trupp, bestehend aus den vier Gewinnern des Bergzeit-Gewinnspiels Elke, Martina, Melanie und Simon sowie dem Jens von Bergzeit am Treffpunkt am Alpengasthof Praxmar ein. Hier begrüßt uns unser Bergführer Franz von Die Bergführer, der uns während der Tour auch einen tieferen Einblick in die Lawinenkunde vermitteln will.

Und schon geht es direkt rein in die Materie: der Lawinenlagebericht. Obwohl eigentlich schon so richtig Frühjahr ist, haben wir es dank Temperaturrückgang und Triebschnee eher mit einer hochwinterlichen Lawinensituation zu tun. Mit starker Sonneneinstrahlung sollten wir heute kein Problem haben, stecken wir doch im Nebel und der Himmel ist eher „Schwan“ als „bluebird“.

Die „heilige Dreifaltigkeit“ aus LVS, Schaufel und Sonde

LVS-Gerät umgeworfen, getestet und los geht's! | Foto: Kathrin Schmohl
LVS-Gerät umgeworfen, getestet und los geht’s! | Foto: Kathrin Schmohl

Aufgrund des 3ers im Lawinenlagebericht, ist das Ziel für heute nicht wie ursprünglich geplant der Zischgeles (steiler Gipfelhang!), sondern wir weichen auf seine zahmere Nachbarin, die Lampsenspitze, aus. Nach einem kurzen Check, ob bei allen die, wie der Franz sie nennt, „heilige Dreifaltigkeit“ aus LVS, Schaufel und Sonde mit an Bord ist, starten wir los.

Zunächst geht es auf einem Forstweg durch die wunderschön verschneite Landschaft. Passend zum Motto der Tour ist entlang des Aufstiegs zur Lampsenspitze ein „Tourenlehrpfad“ angebracht mit großen Tafeln, die recht anschaulich Lawinensicherheits-Basics vermitteln. Neben der Lawinenkunde gibt’s vom Franz auch weitere nützliche Tipps rund um‘s Tourengehen.

Auf den ersten Schritten im freien Gelände erklärt er uns aus gegebenem Anlass, dass der klassische Spuranleger „a Depp“ ist und das Herdentier Mensch gemeinhin einfach blind hinterherrennt. Nicht so wir. Denn wir gehen unsere eigene ökonomische Spur, die – sehr zur Freude vom Franz – auch sofort von nachfolgenden Tourengehern angenommen wird. QED. Als es langsam etwas steiler wird, bekommen wir noch einen kleinen Kurs zur Ausführung der perfekten Scheibenwischer-Spitzkehre oben drauf.

Theorie und Praxis der Lawinenkunde von den Bergführern

Wie ist der Schneedeckenaufbau? Schneeprofil auf dem Weg zur Lampsenspitze. | Foto: Kathrin Schmohl
Wie ist der Schneedeckenaufbau? Schneeprofil auf dem Weg zur Lampsenspitze. | Foto: Kathrin Schmohl

Nach Hangneigungsmessungen mit den Stecken und ein bisschen Theorie zu Wind und Temperaturgradienten, graben wir auf einer Höhe von etwa 2600 m – ab hier hat der Lawinenlagebericht einen 3er vorhergesagt – ein Schneeprofil und machen einen Schaufelkompressionstest.

Die für mancherorts gewarnte Graupelschicht finden wir an der Lampsenspitze nicht, aber dafür eine recht stabile Schneedecke, die mit 5 cm Neuschnee überzuckert ist. Stetig nähern wir uns dem Gipfel und tatsächlich reißt es ab und zu ein kleines bisschen auf, man kann sogar die Sonne erahnen. Unterhalb des letzten felsigen Aufschwunges richten wir unser Skidepot ein und nach ein paar wenigen Höhenmetern zu Fuß, endlich, der Gipfel! 2875 Meter! Die Freude ist groß, für einen kurzen Moment haben wir ihn sogar für uns alleine.

Und tatsächlich haben wir hier oben fast so etwas wie Fernsicht. Nach einer wohlverdienten Gipfelbrotzeit machen wir uns an die freudig erwartete Abfahrt. So richtig Powder gibt es heute nicht mehr, aber Spaß haben trotzdem alle! Dank der frischen Schneeauflage können wir mit ein bisschen Steinslalom und Vegetationsstreichlerei gerade so bis zum Parkplatz runterwedeln – nicht schlecht für eine Frühjahrstour!

Als Waschbären mit Riesendurst lassen wir einen tollen Tag ausklingen

Angenehm platt, mit Waschbärgesichtern (ja, dafür hat die Sonne gereicht) und einem Riesendurscht („kann man das auch in 1 Liter haben?“) sitzen wir dann noch gemütlich beim Wirt in Praxmar zusammen, lassen den schönen Tag ausklingen und quatschen eifrig – wie soll es anders sein – über Skitourenausrüstung und exotische Tourenziele.

Mehr zum Thema Skitouren im Bergzeit Magazin

Kommentare

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Simon H.

Vielen Dank Bergzeit ! Schee wars :)

Melanie

danke für den schönen tag, die nette gruppe und natürlich auch ein großes dankeschön an bergführer franz für die fundierte und sympathische führung :)

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