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Besser gesehen werden im Dunklen: Tipps für Outdoorsport im Winter

6 Minuten Lesezeit
In den dunklen Stunden von Herbst bis Frühjahr und in Sommernächten kann Sporteln im Freien gefährlich sein: Dann, wenn Nachtmenschen und Frühaufsteher von anderen Verkehrsteilnehmern oft nicht oder nicht schnell genug erkannt werden. Wir zeigen, wie Lichtquellen und reflektierende Kleidung Leben retten können.

Unser Gehirn ist bei schlechten Lichtverhältnissen leichter abgelenkt. Sehen wir etwas im Dunkeln, haben unsere Augen viel Mühe zu verstehen, was genau sie sehen. Außerdem sinkt bei schwierigen Lichtverhältnissen unsere Sehschärfe: Während sie im Zwielicht nur noch bei etwa 20 bis 30 Prozent liegt, bleiben bei Dunkelheit nur noch etwa 5 Prozent. Sind Outdoorsportler, Radfahrer und Läufer also in der Dunkelheit dort unterwegs, wo sie bei null bis schlechten Lichtverhältnissen so gut wie nicht erkannt werden, kommt es immer wieder zu Beinah-Unfällen, zu erschreckten Verkehrsteilnehmern und solchen, die reflexartig gerade noch auf die Bremse treten.

Warum High-Visibility-Produkte für Sportler Sinn machen

Doch es geht auch anders. Egal, ob frühe oder späte Sportrunde, der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, in die Schule bei Dämmerung oder in der Dunkelheit: Draußen sein in der Dunkelheit kann für alle Beteiligten auch ohne Risiko ablaufen. Ebenso bei Regen und Schneefall, bei Nebel oder tief stehender Sonne – auch diese „schlechten“ Lichtverhältnisse sorgen dafür, dass Fußgänger, Fahrradfahrer und Outdoorsportler ohne Knautschzone leichter übersehen werden.

Radfahren im Dunklen kann gefährlich werden - vor allem dann, wenn Dich Autofahrer nicht rechtzeitig wahrnehmen.

Ortlieb

Radfahren im Dunklen kann gefährlich werden – vor allem dann, wenn Dich Autofahrer nicht rechtzeitig wahrnehmen.


1. Tipp: Hell kleiden für mehr Sichtbarkeit

Hilfreich sind helle Kleider – sie heben Personen stärker vom Hintergrund ab, was ihre Sichtbarkeit deutlich verbessert. Immerhin ist laut ADAC eine dunkel gekleidete Person bei schlechten Lichtverhältnissen erst aus etwa 25 bis 30 Metern Entfernung zu sehen. Fährt ein Auto 50 km/h, beträgt der Anhalteweg circa 28 Meter, es kommt also nicht mehr rechtzeitig zum Stehen. Wäre die Person hell bekleidet, ist sie schon aus etwa 40 bis 50 Metern zu erkennen, mit Reflektoren versehen ab etwa 130 Metern. Ebenfalls gut: Neonfarben und grellbunte Muster.

2. Tipp: High Visibility dank Leuchten oder Reflektoren

Für deutlich mehr passive Sicherheit eignen sich neben gut sitzenden, nicht blendenden Stirn- und Brustlampen, die am besten mit Hinterkopf- und Rückleuchten, dazu ausreichend Power ausgestattet sein sollten, solche High-Visibility-Produkte, die besonders gut reflektieren. Oder solche, die mittels Aufdrucken oder mit eingearbeiteten Fasern künstliche Lichtstrahlen in dieselbe Richtung zurückstrahlen, aus der sie kommen. Aber auch fluoreszierende Produkte, die Tages- und Sonnenlicht verstärken, helfen beim besseren Gesehenwerden.

Radfahren im Winter: So wirst Du gut erkannt

Gerade Fahrradfahrer müssen wegen ihrer höheren Geschwindigkeit umso rechtzeitiger wahrgenommen werden. Wer sicherheitsbewusst ist, respektiert die gesetzlichen Vorgaben fürs Fahrrad und setzt auf reflektierende High-Visibility-Bekleidung und -Accessoires mit geprüfter Qualität und EN-Zertifizierung. Übrigens haben laut einer dänischen Studie Biker, die auch am Tag mit Licht fahren, 19 Prozent weniger Unfälle als solche, die das nicht tun. Werden Blinklichter tagsüber genutzt, erhöhen sie zusätzlich die Sicherheit.

Schutz und Sichtbarkeit: Fahrradhelme fürs Biken im Dunklen

  • Fahrradhelme mit Signalfarben samt reflektierenden Elementen wie beispielsweise Helme von POC
  • Helme ‚ohne‘ lassen sich mit Reflekt-Aufklebern oder Reflektorsprays zum Aufsprühen aufbessern.
  • Einige Helme, etwa Haga LED Helm oder der Scott Il Doppio, sorgen mit Rücklichtern und LED-Leisten für bessere Sichtbarkeit. Dank verschiedener Leucht- und Blinkmodi kann der Träger so gezielt auf sich aufmerksam machen.

Sichtbarkeit für Beine und Füße: Straps, Bänder & Co.

Auch ergänzende Reflexionsprodukte für Beine und Schuhe sind nützlich. Sie lassen den Radfahrer durch ihre typische Tretbewegung besser als solchen von weitem dreidimensional erkennen. Autofahrer können so ihre Entfernung, Geschwindigkeit und Fahrtrichtung einordnen: Zum Beispiel dank Reflektor-Straps, -Clips, und -Bänder für Beine oder Arme sowie reflektierende Socken, Schnürsenkel und Schuhe.

Generell gilt: Je früher Autofahrer wissen, was sie sehen, desto mehr Reaktionszeit haben sie und umso weniger unfallgefährdet sind alle Beteiligten.

Je früher Autofahrer wissen, was sie sehen, desto mehr Reaktionszeit haben sie.

High Visibility beim Radfahren: Weitere Tipps

Für den Oberkörper kommen Warnwesten in Neonfarben und mit Reflektoren (sind in einigen europäischen Ländern bereits Pflicht), teils auch mit LEDs für verschiedene Leuchtmodi in Frage. Hersteller wie Vaude, Sportful oder Endura haben hier ganze Kollektionen entworfen, die wortwörtlich Licht ins Dunkel bringen.

  • Outdoor-Ausrüster Vaude bietet mit seiner wetterfesten Luminum II Kollektion Jacken, Pants und Accessoires an, die mit rundum großflächig eingearbeiteten Reflexelementen aus großer Distanz gut sichtbar und sogar als Warnkleidung TÜV-zertifiziert sind. Für den Schulweg werden viele der Produkte in Kindergrößen angeboten.
  • Großflächig reflektiert auch Ortliebs High Visibility-Serie. Die Taschen bestehen aus einem Cordurastoff mit Reflexgarn, damit leuchten selbst die klassisch schwarzen Bags.
  • Reflektierende Flächen bietet zudem auch Roeckls Bike-Handschuh Rotterdam, der sich auch zum Laufen oder Langlaufen eignet.
  • Sportful hat mit der Reflex Kollektion eine Reihe an Hi-Vis Westen und Jacken für Kinder und Erwachsene auf den Markt gebracht.
  • Die Endura Luminite-Serie hat Überhosen, Überschuhe und 3in1-Jacken im Programm, bei denen Du Jacke und Weste separat und miteinander kombiniert tragen kannst. Endura setzt auf eine Kombination von Rundum-Reflektoren und Neon-Farben.

Leuchtprodukte fürs Laufen in der Stadt

Wie Radfahrer profitieren auch Läufer, Wanderer oder Tourengeher von leuchtenden und reflektierenden Tools. Sie sollten beim Laufen in Bewegung sein – an Oberschenkeln, Knien, Wade, Knöchel, Oberarmen, Ellbogen und Händen.

  • Eine besonders gut reflektierende Kollektion bietet etwa Craft mit der Lumen Kollektion aus Weste, Sweater, Jacken, Longsleeves und Shorts.
  • Auch Gore Wear sorgt mit leuchtenden Farben und strategisch platzierten Reflektoren dafür, dass Läufer auch an dunklen Tagen besser wahrgenommen werden – so beispielsweise mit der Wind-Laufjacke „Drive Jacke“ oder dem Midlayer „Thermo Jacke“.
  • Auch mit den Accessoires können Wintersportler auf sich aufmerksam machen: Die DryFlx Multifunktionstücher von Buff punkten ganzflächig reflektierendem Garn, 4-Wege-Stretch und schnellem Feuchtigkeitstransport
  • Mit großem reflektierendem Logo und hellen Farben können auch die Stirnbänder von Montura im Dunklen überzeugen.
Die Gore Wear Drive Jacke hat verborgene Reflex-Details, die nur dann sichtbar werden, wenn Licht durch das transparente Obermaterial direkt darauf fällt.

Gore Wear | New Balance

Die Gore Wear Drive Jacke hat verborgene Reflex-Details, die nur dann sichtbar werden, wenn Licht durch das transparente Obermaterial direkt darauf fällt.


Knowhow: Die Technik hinterm Leuchten

Wie funktionieren reflektierende und retroreflektierende Materialien?

Das können verspiegelte Mikro-Glasperlen, Mikro-Prismen oder Silberpartikel sein. Sie werden mit dünnen Folien oder Drucken aufgebracht und werfen Lichtwellen mehr oder weniger exakt dorthin zurück, von wo sie einfallen. Um allerdings überhaupt aktiviert zu werden, ist eine (künstliche) Lichtquelle erforderlich.

Was macht Stoffe und Materialien fluoreszierend?

Spezielle Fluoreszenzfarbstoffe werden in Fasern eingearbeitet oder als Pigmente aufgedruckt. Ohne vorherige Bestrahlung durch ultraviolettes Licht können sie das Licht auch nicht wieder abgeben. Sammeln sie genügend Licht erscheinen die Farbstoffe allerdings schon im Tageslicht heller als normale Farben. Fluoreszenzfarbstoffe stecken u.a. in optischen Aufhellern, diese wiederum sind auch in Waschmitteln gängig. Auch Euro-Geldscheine besitzen ins Papier eingearbeitete fluoreszierende Fasern.

Was sind phosphoreszierende Pigmente und Fasern?

Im Gegensatz zur Fluoreszenz hat die Phosphoreszenz die Eigenschaft, nach Ende der Bestrahlung weiterzuleuchten. Die aufgeladenen Pigmente und Fasern leuchten noch über Minuten oder gar Stunden im Dunklen weiter – je nach Bestrahlungsdauer und Eigenschaft.

Was sind Neon- bzw. Tagesleuchtfarben?

Neonfarben, auch Tagesleuchtfarben genannt, werden bereits durch das normale Tageslicht zum Leuchten angeregt. Der für das menschliche Auge unsichtbare UV-Anteil des Lichts wird durch die Farbmoleküle in sichtbares Licht umgewandelt. Tagesleuchtfarben sind im Vergleich zu normalen Farben also tatsächlich satter, heller, ihre Lichtausbeute ist brillant und sie haben eine starke Signalwirkung.

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