Skitouren nach Feierabend sind das ideale Training für ambitionierte Tourengeher und bieten Ausgleich vom Alltag. Das Berchtesgadener Land bietet vier Touren für jeden Geschmack. Ein Sprung über die Salzburger Grenze ist auch dabei.

Möglichkeiten für Skitouren gibt es im Berchtesgadener Land zuhauf. Wer nach der Arbeit noch schnell auf die Tourenski will, schnappt sich die Stirnlampe und macht sich auf. Nach Betriebsschluss wird in den Skigebieten HochschwarzeckGötschen, Roßfeld, Jenner und Dürrnbachhorn jeweils eine Route ausgewiesen. Diese kann dann zu bestimmten Zeiten von Skitourengehern genutzt werden.

Danach beginnt die Pistenpräparierung, die nicht beeinträchtigt werden darf. Das hat sicherheitstechnische Gründe, weil mitunter mit Seilwinden gearbeitet wird. Einige Hütten und Gasthäuser bieten regelmäßige Stammtische an, wo man sich von den Aufstiegs- bzw. Abfahrtsstrapazen erholen kann.

1. Skitour aufs Hochschwarzeck – Ramsau bei Berchtesgaden (1.390 Meter)

Wer mutige Sprünge und steilere Abfahrten wählen möchte, sollte sich noch an das Tageslicht halten. | Foto: Dynafit
Wer mutige Sprünge und steilere Abfahrten wählen möchte, sollte sich noch an das Tageslicht halten. | Foto: Dynafit

Wegen guter Lawinensicherheit und geringer Schwierigkeit ist diese Skitour ideal für Skitourenneulinge und Familien. Die Aufstiegsroute führt durch den Wald. Abwärts geht es über die Piste. Man steigt vom Parkplatz Hochschwarzeck hinüber Richtung Skipiste. Nach einem Durchlass durch den Zaun geht es nur wenige Meter am Pistenrand aufwärts, dann wird diese gequert und bei zwei gelben DAV-Skiroutenschildern links in den Wald abgebogen.

Die Skiroute bewegt sich im Wesentlichen im Nahbereich der Piste und ist ausreichend mit Markierungstafeln versehen. Man gelangt direkt zum Hirschkaser auf dem Hirscheck. Der Gipfel des Toten Mannes ist rund zehn Minuten entfernt. Die Abfahrt erfolgt über die Hauptpiste am Hirscheck, die montags (Skitourenstammtisch) bis 22 Uhr für Tourengeher freigegeben ist. 

Alternative: Von der Ortsmitte in Ramsau direkt neben der Kirche zunächst über den im unteren Teil geräumten Schluchtweg, unter dem großen Viadukt der Alpenstraße hindurch und bis hinauf auf den Soleleitungsweg. Dem Soleleitungsweg nach rechts etwa 300 Meter folgen, dann links auf einen Zufahrtsweg einbiegen und weiter bis zum Gasthaus Schwarzeck. Vom Parkplatz Hochschwarzeck weiter wie oben beschrieben.

  • Länge: drei Kilometer
  • Höhenmeter: 330, rund 600 von Ramsau
  • Gehzeit: eine Stunde
  • Einkehr: Hirschkaser
  • Skitourenabend: Montag, Hauptabfahrt bis 22 Uhr freigegeben
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Hinweis: bitte Wildschutzgebiet beachten!

Mehr Infos: Hirschkaser

2. Skitour zum Götschen – Bischofswiesen/Berchtesgadener Land (1.307 Meter)

Eine einfache Skitour über eine gut präparierte und meist wenig steile Piste ist der Götschen. Der Skitourenabend findet freitags bis 22.00 Uhr statt. Vom Parkplatz aus steigt man die meiste Zeit am Pistenrand der Waldabfahrt („Damenabfahrt“, linker Ziehweg) auf. Kurz vor der Bergstation gelangt man wieder zur Piste. Von hier aus ist es nur noch ein kleines Stück durch den Wald bis zum Gipfel des Götschenkopfes mit dem Gipfel-Marterl. Die Abfahrt erfolgt über die blaue Skipiste entlang des Aufstiegswegs oder über die rote Hauptabfahrt (FIS-Strecke).

  • Länge: 2,5 Kilometer
  • Höhenmeter: 415
  • Gehzeit: eine Stunde
  • Schwierigkeit: leicht
  • Einkehr: Götschenalm
  • Skitourenabend: freitags bis 22 Uhr, ansonsten Pistensperre ab 19 Uhr
  • Hinweis: FIS-Strecke für den Aufstieg generell gesperrt
  • Alternative: Start in Bischofswiesen beim Bahnhof, Aufstieg über die Talabfahrt (Piste 3) bis zur Einmündung in die Waldabfahrt und weiter wie oben beschrieben. Vom Bahnhof bis zur Einmündung ist die Piste ohne Zeitbeschränkung täglich freigegeben. Länge: 3,3 Kilometer / Höhenmeter: 663 / Gehzeit: zwei Stunden.

Mehr Infos: Götschenalm, www.goetschen.com

3. Skitour auf das Roßfeld – Marktschellenberg in Berchtesgaden (1.537 Meter)

Blick vom winterlichen Roßfeld im Berchtesgadener Land. Nachts genießt man auf Skitour statt des Ausblicks dann eher die Stille. | Foto: W. Butzler / pixelio.de
Blick vom winterlich verschneiten Roßfeld ins Berchtesgadener Land. Nachts genießt man auf Skitour statt des Ausblicks dann eher die Stille. | Foto: W. Butzler / pixelio.de

Auf das Roßfeld führt eine gemütliche Skitour, die besonders für Einsteiger und Genießer geeignet ist. Man kann bei (fast) allen Wetter- und Schneeverhältnisse starten – die Orientierung ist vergleichsweise einfach. Darüber hinaus ist die Lawinengefahr gering – zumindest wenn man sich an die beschilderte Route hält. Tourenabend ist immer mittwochs und samstags bis 22 Uhr.

Ausgangspunkt ist die Mautstelle der Roßfeldstraße in der Oberau. Man quert die Straße und steigt entlang der Skipiste bergauf. An einer gelben Hinweistafel führt die Spur für Tourengeher nach rechts in den Wald hinein. Wenn man aus dem Wald herauskommt, muss man die Roßfeldstraße nach rechts queren. Dann führt die Spur durch den Wald weiter bis zur Skipiste. Am linken Rand der Piste geht es bis zum Gipfelkreuz auf 1.537 Metern. Die Abfahrt führt über die Piste, wobei man sich nach dem oberen Schlepplift wieder rechts halten muss, um zum Ausgangspunkt zurückzukommen.

  • Länge: 2,1 Kilometer
  • Höhenmeter: 219
  • Gehzeit: 30 Minuten
  • Schwierigkeit: leicht
  • Einkehr: Rossfeld Skihütte
  • Skitourenabend: Mittwoch und Samstag (Pistensperre ab 22 Uhr)
  • Alternative: Man kann die Skitour bei guten Schneeverhältnissen auch in Unterau beginnen. Aufstieg bis zur Mautstelle entlang der Skipiste. Länge: fünf Kilometer / Höhenmeter: 800 / Gehzeit: 2,5 Stunden

Mehr Infos: Rossfeld Skihütte, Roßfeld-Lifte

4. Skitour am Jenner am Königssee

Das Berchtesgadener Land bietet Skitouren jeglicher Art. Allen gemein ist die schöne Winterstimmung. | Foto: Robert Csanyi / pixelio.de
Das Berchtesgadener Land bietet Skitouren jeglicher Art. Allen gemein ist die schöne Winterstimmung. | Foto: Robert Csanyi / pixelio.de

Mittelschwere und konditionell anspruchsvolle Skitour beim Aufstieg bis zum Carl-von-Stahl-Haus. Der Tourenabend findet im Carl-von-Stahl-Haus jeden Donnerstag bis 22 Uhr statt. Ausgangspunkt ist die Talstation der Jennerbahn, der Parkplatz ist gebührenpflichtig. Bis zur Mittelstation geht es am Rand der Talabfahrtspiste hinauf. Hier kann ebenfalls jeden Donnerstag schon nach 760 Höhenmetern in das Dr.-Hugo-Beck-Haus eingekehrt werden. Wer weiter zum Stahlhaus möchte, steigt über die Krautkaserpiste Richtung Hohlweg und weiter über die Mitterkaserpiste auf und schließlich an der Mitterkaseralm vorbei bis zum Jennersattel. Nun links weiter durchs Gelände bis zum Stahlhaus.

  • Höhenmeter: 1.165 (bis Stahlhaus)
  • Gehzeit: zwei bis drei Stunden
  • Schwierigkeit: mittelschwer bis schwer
  • Skitourenabend: Donnerstag bis 22 Uhr
  • Alternative: Die abendliche Skitour kann mit Aufstieg ab Hinterbrand um die Hälfte verkürzt werden. Wer dort beginnt, kann sogar noch bis Mitte April gehen und vor allem auch wieder hinunterfahren, da die Abfahrt über die Jennerwiese beschneit wird. Außerdem gibt es eine Aufstiegsmöglichkeit vom Königssee über die Hochbahn und Königsbachalm zum Stahlhaus beziehungsweise dem Jennersattel.

Mehr Infos: Carl-von-Stahl-Haus, Telefon: 0043 8652 6559922 (aus Deutschland)

5. Über die Grenze geschaut: Skitour am Dürrnbachhorn bei Unken

Eine unkomplizierte Schnupper- oder Anfängertour findet sich kurz hinter der Grenze zu Österreich im Heutal bei Unken. Nach dem Aufstieg durch den Wald und die Almböden des Fuchstals folgt die Abfahrt auf der sicheren Skipiste. Jeden Dienstag und Donnerstag –  sowie in den Vollmondnächten – wird zum Tourengeherstammtisch in die Stuben der Wildalm mitten im Skigebiet unterhalb der Bergstation des Wildalmlifts geladen.

Vom Liftparkplatz (gebührenpflichtig)  im Talschluss des Heutals geht es nach der Brücke rechts. Man folgt dem Fahrweg links am kleinen Seillift vorbei, quert eine Wiese linkerhand und folgt weiter einem Wirtschaftsweg. Nach dem Waldstück kommt man auf das offene Gelände der Wildalm. Die nördlich (rechts) gelegenen Sonnenhänge unter dem Wildalphorn sind eine Vogelschutzzone, die Tourenspur verläuft unterhalb an den Almhütten vorbei zur Bergstation des Schleppliftes.

Hier ist für die meisten Tourengeher nach 600 Höhenmetern und ein bis zwei Stunden Endstation. Etwas anspruchsvoller geht es durch Latschen weiter hoch bis zum Gipfel des Dürrnbachhorns. Besser erreichbar als der Gipfel ist übrigens der Sattel vor dem beginnenden Westgrat. Die Abfahrt erfolgt neben der Aufstiegsspur und ab dem Lift direkt auf der Piste. Alternativ kann auch am Pistenrand aufgestiegen werden. Dazu ab der Info-Tafel an der Brücke am Pistenrand links halten und über die „hintere Abfahrt“ zur Wildalm. Die Lifte 2 und 3 lässt man am besten ebenfalls rechts liegen. 

  • Länge: 8,7 Kilometer
  • Höhenmeter: 850
  • Gehzeit: zwei Stunden
  • Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer
  • Skitourenabend: Dienstag, Donnerstag bis 22 Uhr und in Vollmondnächten

Mehr Infos: Wildalm

Stand der Informationen: Dezember 2016

An die Routen sollte man sich bei Nachtskitouren unbedingt halten und immer eine gewisse Vorsicht walten lassen. Eine gute Stirnlampe ist Pflicht. | Foto: Dynafit
An die Routen sollte man sich bei Nachtskitouren unbedingt halten und immer eine gewisse Vorsicht walten lassen. Eine gute Stirnlampe ist Pflicht. | Foto: Dynafit

Wichtig: Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle hier beschriebenen Touren auf eigene Gefahr unternommen werden. Bei Nachtskitouren in Skigebieten ist dringend anzuraten, sich vorher nochmals unter den angegebenen Links und in den Tourismusämtern über die Zeiten zu informieren, an denen präpariert wird. Zudem ist bei allen Skitouren die komplette Lawinensicherheitsausrüstung mitzuführen – auch wenn die Routen „nur“ über gesicherte Pisten führen. Speziell nach Neuschneefällen gab es auch im Pistenbereich schon böse Unfälle. In Sachen Stirnlampe lautet die Faustregel: Je heller die Lampe, desto größer der Abfahrtsspaß und desto höher die Sicherheit!

Weitere Skitouren-Events

Salewa Skitourenpark: In Berchtesgaden können Einsteiger das kleine Einmaleins des Skibergsteigens lernen. In vier Stunden vermitteln staatlich geprüfte Berg- und Skiführer den Gästen im Skitourenpark die Grundlagen des Tourengehens. Weitere Informationen: Salewa Skitourenpark Berchtesgaden/Obersalzberg

Dynafit Nachtspektakel: An zehn Terminen finden im Rahmen des Dynafit Nachtspektakels Test-Abende statt. Alle Interessierten können sich vor Ort kostenlos das neueste Dynafit-Material leihen und testen! Weitere Informationen gibt es hier: Dynafit Nachtspektakel

Die passende Skitourenausrüstung gibt’s natürlich bei Bergzeit

Weitere Nachtskitouren und nützliche Infos im Bergzeit Magazin:

Eure Tipps: Kennt Ihr weitere Stammtischhütten oder Nachtskitouren im Berchtesgadener Land? Gerne könnt Ihr Eure Tipps als Kommentar bei uns posten!

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