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Regenjacke? Hardshell? Eine Kaufberatung

Gegen schlechtes Wetter helfen nur zwei Maßnahmen: Zuhause bleiben oder eine gute Regenjacke besitzen. Leichter gesagt als getan bei der großen Menge an unterschiedlichen Modellen. Was Du für Deine Auswahl wissen musst, erklärt unsere Kaufberatung. Weiterlesen

Regenjacke, Hardshell  (795 Artikel)

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Technisch auf allerhöchstem Niveau stürzt sich diese Hardshelljacke bei Wind und Wetter auf die Trails

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Atmungsaktive, wind- und wasserdichte Hardshelljacke

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Regenjacke? Hardshell? Eine Kaufberatung

Sprach man früher schlicht von Regenjacken, so hat sich dafür mittlerweile auch die Bezeichnung Hardshell eingebürgert. Aber was ist das genau? Eine Hardshelljacke, erklärt der Bergzeit Textil-Produktmanager Johann Öttl, "ist eine robuste, funktionelle Laminatjacke für Draußen, perfekt gegen Schnee, Regen und Wind".

Hardshell/Softshell

Die Alternative zum Hardshell ist das Softshell. Das Material ist:

  • weicher
  • atmungsaktiver
  • und wärmt (im Gegensatz zur Hardshell)

Für richtige Regeneinsätze sind Softshells allerdings nicht geeignet. Außerdem sind sie weniger robust. Das Softshell ist gewissermaßen der Allrounder, das Hardshell dagegen der Spezialist für nasse und anspruchsvolle Einsätze z.B. beim Eisklettern.

Regenjacke ist nicht gleich Regenjacke

Ein Blick auf die Preise der gängigen Regenjacken lässt vermuten, dass die sich durch Material und Verarbeitung unterscheiden müssen. Grob lassen sich Funktionsregenjacken in drei Kategorien einteilen:

  • Leichte Regenjacke:

Diese Jacken befriedigen grundlegende Ansprüche: bei einem Regenschauer bieten sie schnellen Regen- und Wetterschutz. Meist sind die Jacken relativ leicht und dünn und bestehen aus zwei- oder zweieinhalblagigen, teils herstellereigenen Membranen. Gegen Abrieb (etwa durch Schulter- oder Hüftgurte) sind sie meist nicht zusätzlich verstärkt. Das bedeutet, dass das Material bei intensiver Benutzung nur wenig entgegensetzen kann - und dann auch schneller Wasser durchlässt. Diese leichten Regenjacken sind vor allem für Spaziergänge oder gegen einen schnellen Regenschauer geeignet - oder als leichter Begleiter, sozusagen als Sicherheitsplus, im Rucksack.

  • Klassische Allroundjacke:

Wie der Name schon nahelegt muss eine Allround-Regenjacke alles können. Sie schützt zuverlässig bei längeren Aufenthalten im Regen und ist an besonders abnutzungsanfälligen Stellen (etwa den Schultern) verstärkt. Sie ist robust und hält auch bei regelmäßiger Verwendung trocken. Einen Dauereinsatz unter Rucksack oder Klettergurt macht das Obermaterial allerdings nicht mit.

Ausschlaggebend für die Robustheit ist die Webdichte des verwendeten Obermaterials. Diese hängt von der Garndicke ab (meist angegeben in Denier = Td). Je dicker das Garn, umso dichter und robuster wird so das Obermaterial gegen Abrieb - und umso besser kann es die Membran schützen. Bei Allroundregenjacken beträgt diese Stoffdichte um die 40 Denier. Für extremere, hochalpine Einsätze werden oft Garne mit 80 Denier eingesetzt. Als Faustregel gilt also: Je dichter das Obermaterial, umso länger hält es.

Hardshells sind bei allen hochalpinen Unternehmungen meist unverzichtbare Begleiter. | Foto: Vaude/Moritz Attenberger
Hardshells sind bei allen hochalpinen Unternehmungen meist unverzichtbare Begleiter. | Foto: Vaude/Moritz Attenberger
  • Hardshell für extreme, hochalpine Einsätze:

Extreme Einsätze verlangen Regenjacken einiges ab. Diese Jacken sind konzipiert für regelmäßige Einsätze. Entsprechend robust ist das Obermaterial gegen Abnutzung, besonders an Stellen, auf die regelmäßig Druck oder Reibung ausgeübt wird, wie zum Beispiel an Schulter und Becken wo der Rucksack fixiert ist.
Aus der Kombination von Obermaterial und Membran ergibt sich der Orientierungswert der Wassersäule. Eine Wassersäule von 1.000 Millimetern bedeutet, dass es dem Druck von ca. einem Liter Wasser aushält. Die EU-Norm (EN 343) definiert eine Wassersäule von 1.300 Millimetern als "wasserdicht". Aber: Dabei sind die Belastungen noch nicht berücksichtigt, die durch Bewegung, Wind oder Gewicht zusammenkommen. Kniet man etwa auf nassem Untergrund, so kommt schnell eine Belastung bis zu 5.000 Millimeter Wassersäule zusammen. Deshalb haben Funktionsregenjacken in der Regel eine Wassersäule zwischen 10.000 und 30.000 Millimeter. Damit trotzen sie auch einem schweren Sturm oder dem Gewicht eines Rucksacks.

Die Membran - Kleidung als Einbahnstraße

Regenjacken für den Outdoor-Einsatz sind heute meist atmungsaktiv. Das liegt an den verwendeten Membranen. Ihre Besonderheit liegt in der Selektivität: Je nach Struktur lassen sie bestimmte Stoffe bzw. Aggregatzustände von Stoffen durch, andere aber nicht. Im Fall der Regenjacke gelangt Wasserdampf nach draußen; Wassertropfen kommen aber nicht hinein. Mit der Gore-Tex®-Membran etablierte sich 1976 erstmals ein Material, das exakt diese Eigenschaft hat. In den vergangenen 40 Jahren wurden diese Membranen neu- oder weiterentwickelt. Durchgesetzt haben sich heute vor allem Gore-Tex® und Gore-Tex Pro® , Dermizax® und eVENT®.

Aber natürlich hat auch dieser Austauschprozess einen Haken: Die Diffusion des Wasserdampfs durch die Membran bedarf einer Temperaturdifferenz von mindestens 15 Grad Celsius. Das bedeutet, dass bei höheren Temperaturen oder zahlreichen Isolationsschichten unter der Jacke der Feuchtigkeitstransport schlechter funktioniert. Dann muss die Mechanik helfen: etwa durch Belüftungsreißverschlüsse unter den Achseln.

Neben dem Schutz vor Wasser hat die Membran noch eine weitere Aufgabe: Denn, erklärt, Produktmanager Johann Öttl, "eine wasserdichte Membran ist immer auch winddicht". Das erhält die Wärme in den darunterliegenden Bekleidungsschichten.

Einsatzbereiche der Gore-Tex-Membranen. | Bild: Gore-Tex®
Einsatzbereiche der Gore-Tex-Membranen. | Bild: Gore-Tex®

Zwei Lagen? Zweieinhalb Lagen? Oder drei?

Membranen haben gegenüber Beschichtungen einen großen Vorteil: Sie sind deutlich abriebfester, was gerade im Outdoor-Einsatz von Vorteil ist. Allerdings funktionieren sie vor allem in einem ausgeklügelten Zusammenspiel mit anderen Schichten.
Hardshelljacken bestehen in der Regel aus zwei bis drei Schichten: Ein robustes Obermatmeerial ist mit der Membran verklebt. Dieses Obermaterial schützt - je nach Dichte - die Membran vor Abnutzung. Das sind die Bestandteile einer Zweilagenjacke; innen befindet sich häufig nur ein dünnes Netzfutter. Bei Zweieinhalblagen-Jacken schützt eine Beschichtung die Innenseite der Membran. Dreilagenjacken haben zusätzlich ein eigenes Innenfutter - und sind damit robust und angenehm zu tragen.

Imprägnieren und Waschen der Regenjacke

Die Ausrüstung einer Jacke mit einer Imprägnierung ist ein heikles Thema, das hat die Detox-Studie von Greenpeace deutlich gezeigt. Denn die für die Imprägnierung verwendeten toxischen per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC), insbesondere PFOA (Perfluoroctansäure) oder PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) reichern sich in Organismen und der Natur an.

Wer diese Stoffe vermeiden will, sollte hier besonders auf die Herstellerangaben achten, die ihre Jacken bereits entsprechend ausrüsten. Im Moment arbeiten die Hersteller an Imprägnierungen, die diese Nachteile eben nicht haben. Doch gibt es gerade im High-End-Bereich noch keine Alternativen mit einer vergleichbaren wasserabweisenden Wirkung.

Aber wofür ist diese Imprägnierung eigentlich da, wenn ja schon die Membran wasserdicht ist? Die Imprägnierung ist ein zusätzlicher Schutz für das Obermaterial, das sich sonst mit Wasser vollsaugt, erklärt Bergzeit-Experte Hansi Öttl. Wenn das passiert kann Wasserdampf schlechter entweichen und Wassertropfen werden leichter durch die Membran gedrückt - abgesehen von der Gewichtszunahme: "Deshalb sollte jede Jacke nach regelmäßiger Verwendung imprägniert werden. Aber nur weil die Jacke zwei oder drei Mal nass geworden ist, muss man nicht gleich nachimprägnieren." Der Verbraucher sollte hier abwägen, ob er schon nachlegen muss - oder ob seine Jacke noch eine Weile durchhält. Und beim Kauf der Imprägnierung darauf achten, dass diese PFC-frei sind, etwa von NikWax.

Wichtig ist, dass die Jacke gereinigt wird, entweder mit einer Kleiderbürste oder speziellen Waschmitteln. Denn nur wenn die Poren der Membran offen sind, können sie auch atmen.

Regenjacken für den Alltag halten einen einfachen Regenschauer leicht ab. Größeren Strapazen haben sie aber nur wenig entgegenzusetzen. | Foto: Bergans/Fredrik Schenholm
Regenjacken für den Alltag halten einen einfachen Regenschauer leicht ab. Größeren Strapazen haben sie aber nur wenig entgegenzusetzen. | Foto: Bergans/Fredrik Schenholm

Welche Regenjacke passt für welchen Einsatz? Darauf musst Du achten!

Regenjacken gibt es für alle Ansprüche und Einsatzgebiete: Bei einer Radtour sind sie genauso unverzichtbar wie beim Skifahren oder beim Wandern. Worauf kommt es bei diesen Einsatzgebieten an? Wir haben die wichtigsten Punkte für euch zusammengetragen:

Freizeit-Regenjacken

… haben ihren Einsatzbereich bei Spaziergängen in der Stadt. Sie haben die niedrigsten Ansprüche und sind Begleiter beim Spaziergang mit dem Hund wie im Arbeitsrucksack.

  • Alltagstauglichkeit (etwa im Design)
  • Komfort
  • Doppeljacken (Kombination aus Regenjacke und eingezippter Fleecejacke) sind bei Nässeschutz und Wärme flexibel

Beispiel:  Salewa Zillertal GTX Jacke

Regenjacken für den Bergsport (Wandern, Hochtouren, Skitouren)

… umfassen ein großes Spektrum. Die Wahl der Jacke hängt hier vom Einsatzbereich ab. Ein klassische Allroundjacke bietet sowohl gegen Nässe als auch gegen Abnutzung genügend Reserven. Allerdings ist das Material nicht für extreme Belastungen ausgelegt. Wer also viel auf Ski- oder Hochtouren unterwegs ist sollte eine Jacke zulegen, die seine Abenteuer lange mitmacht. Wichtig sind hier in allen Fällen:

  • Strapazierfähigkeit und Belastbarkeit; bei intensiverem Einsatz sollte die Jacke an Armen, Schultern und Hüfte verstärkt sein.
  • Gewicht und Packmaß; egal ob man seine Regenjacke einen ganzen Wandersommer im Rucksack spazieren trägt oder bei extremen Belastungen noch sparen will: geringes Gewicht ist in allen Bereichen von Vorteil.
  • Lüftungsreißverschlüsse unter den Achseln
  • Schneefangvorrichtung; gerade bei einem Sturz im Powder auf Skitour oder beim Freeriden sehr angenehm …
  • der Schnitt, die Länge der Jacke hängt von der eigenen Vorliebe ab; in Kombination mit einem Klettergurt ist ein längerer Schnitt und ein Doppelreißverschluss empfehlenswert
  • eventuell helmtaugliche Kapuze mit guter Einstellmöglichkeit
  • Taschen mit einem höheren Einschub; so kein Konflikt mit Hüft- oder Klettergurt; ausreichend groß zum Verstauen von Skifellen

Beispiel:  Mammut Meron Jacke

Regenjacken zum Klettern/Eisklettern

… sind in zwei Kategorien zu unterteilen: Jacken für den Zustieg und und solche zum Alpin- oder Eisklettern. Sportklettern findet an Regentagen (wenn überhaupt möglich) meist unter großen Überhängen statt. Eine wasserdichte Jacke kommt dort vor allem für Zu- und Abstieg zum Einsatz. Allerdings kommt dann im Rucksack einiges an Gewicht zusammen - und damit einiges an Belastung. Dem muss das Obermaterial der Jacke natürlich gewachsen sein.

Bei längeren alpinen Unternehmungen ist eine Regenjacke eher ein Begleiter im Rucksack an unsicheren Tagen (wenigstens hofft man das!) und muss im Bezug auf Packmaß und Gewicht entsprechend klein sein. Kommt sie aber am Fels zum Einsatz muss sie einiges aushalten und gute Beweglichkeit bieten. Was beim Alpinklettern die Ausnahme ist, ist beim Eisklettern die Regel. Das Hardshell muss hier volle Beweglichkeit bieten und Fels- wie Eiskontakt wegstecken.

  • Beweglichkeit; häufig haben diese Jacken Zwickeleinsätze unter den Achseln die verhindern, dass die Unterkante der Jacke bei Überkopfbewegungen nach oben rutscht
  • Packmaß und Gewicht (beim Klettern natürlich immer wichtig)
  • der Helm muss unter die Kapuze passen
  • Robust gegen Abrieb, egal ob vom Rucksack oder vom Fels

Beispiel:  Mammut Nordwand Pro Jacke

Beim Klettern muss das Hardshell einiges aushalten ... | Foto: Arcteryx/Wiktor Skupinsk
Beim Klettern muss das Hardshell einiges aushalten ... | Foto: Arcteryx/Wiktor Skupinsk

Hardshelljacken für den Skisport

… müssen die Feuchtigkeit eines Sulzschneetags genauso aushalten wie windige und kalte Bedingungen. Außerdem müssen sie - gerade bei bewegungsarmen Zeiten im Lift zuverlässig isolieren.

  • Isolation, also mit integrierten Innenfutter oder ohne (dann Kleidung nach dem Zwiebelprinzip)
  • Lüftungsöffnungen für wärmere Tage
  • Schneefang (abnehmbar, fixiert oder ohne)
  • zusätzliche Taschen (etwa für den Skipass)
  • die Robustheit des Obermaterials spielt hier eine untergeordnete Rolle
  • Schnitt: für Alpin-Ski in der Regel etwas sportlich enger,
  • Jacken für Freeskier sind meist etwas länger und mit Schneefang ausgestattet, dass der Schnee bei einem Sturz nicht so leicht unter die Jacke kommt

Beispiel Skijacke  Sweet Protection Monkeywrench Jacke

Regenjacken fürs Radfahren

… müssen vor allem klein und leicht sein. Bei einer Tages- oder einer Transalp-Tour ist Platz meist Mangelware.

  • Packmaß und Gewicht
  • teilweise länger geschnitten als Spritzschutz für den Hintern
  • helmtaugliche Kapuze

Beispiel:  Gore Bike Wear Alp-X 2.0 GT AS Jacke

Regenjacken für den Laufsport

… müssen ebenfalls leicht sein und zuverlässig von Wind und Regen schützen.

  • atmungsaktiv
  • leicht
  • angenehm zu tragen
  • meist zeitlich begrenzter Einsatz 

Regenjacken / Hardshell-Jacken bei Bergzeit:

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